Hausgeld zu niedrig? Woran du geschönte Exposés erkennst
15. Juli 2026
Ein realistisches Hausgeld liegt meist zwischen 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter im Monat. Liegt der Wert im Exposé deutlich darunter, ist das oft geschönt: Ein zu niedrig angesetztes Hausgeld lässt den Cashflow besser aussehen und deutet häufig auf eine unterfinanzierte Instandhaltungsrücklage hin. Dann drohen später Sonderumlagen.
Was im Hausgeld steckt
Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung an die Wohnungseigentümergemeinschaft. Es deckt zwei Arten von Kosten. Umlegbare Kosten wie Müll, Wasser oder Hausmeister kannst du auf die Mieter umlegen. Nicht umlegbare Kosten wie die Verwaltung und vor allem die Zuführung zur Instandhaltungsrücklage bleiben an dir hängen und belasten deinen Cashflow.
Für die Kalkulation zählt vor allem der nicht umlegbare Teil. Als grobe Pauschale rechnet man rund die Hälfte des Hausgelds als nicht umlegbar, sofern die Abrechnung keine genaueren Zahlen liefert.
Was realistisch ist
Ein plausibles Hausgeld liegt in den meisten Objekten zwischen 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter im Monat.
| Hausgeld pro m²/Monat | Einordnung |
|---|---|
| unter 2,50 € | auffällig niedrig, Rücklage prüfen |
| 3,00–4,50 € | üblicher Bereich |
| über 6,00 € | sehr hoch, Ursache klären (Aufzug, Sanierungsstau) |
Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 210 bis 315 Euro im Monat. Steht im Exposé nur 120 Euro, solltest du genau hinschauen.
Warum ein zu niedriges Hausgeld gefährlich ist
Ein niedriges Hausgeld sieht auf den ersten Blick gut aus, weil es den monatlichen Überschuss erhöht. Der Haken: Wird zu wenig in die Rücklage eingezahlt, fehlt das Geld, wenn Dach, Fassade oder Heizung erneuert werden müssen. Dann beschließt die Eigentümergemeinschaft eine Sonderumlage, und die kann mehrere tausend Euro betragen.
Ein geschöntes Hausgeld verschiebt Kosten also nur in die Zukunft, es spart sie nicht.
Diese Unterlagen und Fragen klären das
Bevor du dich auf die Exposé-Zahl verlässt, verlange diese Unterlagen und stelle diese Fragen an den Verkäufer oder die Verwaltung:
- Die letzte Hausgeldabrechnung und den aktuellen Wirtschaftsplan
- Den Stand der Instandhaltungsrücklage und wie viel jährlich zugeführt wird
- Die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen: Sind Sonderumlagen beschlossen oder absehbar?
- Welche größeren Sanierungen in den nächsten Jahren anstehen
Häufige Fragen
Wie viel Hausgeld ist normal? In den meisten Wohnungen zwischen 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter im Monat. Aufzug, Tiefgarage oder eine hohe Rücklagenzuführung können den Wert nach oben treiben.
Kann ich das Hausgeld auf die Mieter umlegen? Nur den umlegbaren Teil (Betriebskosten). Verwaltung und Instandhaltungsrücklage trägst du selbst.
Was ist eine Sonderumlage? Eine zusätzliche Zahlung, die die Eigentümergemeinschaft beschließt, wenn die Rücklage für eine anstehende Maßnahme nicht reicht.
Wie sich das nicht umlegbare Hausgeld auf deinen Cashflow auswirkt und wo du einen exakten Betrag statt der Pauschale einträgst, siehst du in der Ankaufsprüfung. Die Objektprüfung führt dich mit konkreten Fragen durch die WEG-Unterlagen.
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Vanessa Völkl
Ich investiere selbst in vermietete Eigentumswohnungen und baue ImmoSis, weil ich vor jedem Kauf dieselben Fragen hatte. ImmoSis verdient nichts am Abschluss, keine Maklerkooperationen, keine Finanzierungsprovisionen.