Kaufnebenkosten nach Bundesland: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler

13. Juli 2026

Die Kaufnebenkosten liegen je nach Bundesland und Maklereinsatz zwischen rund 6 und 12 Prozent des Kaufpreises. Den größten Unterschied macht die Grunderwerbsteuer: Sie reicht von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent in mehreren Bundesländern. Dazu kommen Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 2 Prozent und, falls beauftragt, die Maklerprovision.

Die drei Blöcke der Kaufnebenkosten

Beim Kauf einer Eigentumswohnung fallen neben dem Kaufpreis drei Kostenblöcke an: die Grunderwerbsteuer, die Kosten für Notar und Grundbuch sowie, wenn ein Makler beteiligt ist, dessen Provision. Diese Nebenkosten zahlst du in der Regel aus Eigenkapital, denn Banken finanzieren sie ungern mit.

Grunderwerbsteuer je Bundesland

Die Grunderwerbsteuer ist Ländersache und macht den größten Unterschied. Stand 2025:

BundeslandGrunderwerbsteuer
Bayern3,5 %
Baden-Württemberg5,0 %
Bremen5,0 %
Niedersachsen5,0 %
Rheinland-Pfalz5,0 %
Sachsen-Anhalt5,0 %
Thüringen5,0 %
Hamburg5,5 %
Sachsen5,5 %
Berlin6,0 %
Hessen6,0 %
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %
Brandenburg6,5 %
Nordrhein-Westfalen6,5 %
Saarland6,5 %
Schleswig-Holstein6,5 %

Die Sätze ändern sich gelegentlich per Landesgesetz. Prüfe den aktuellen Wert im Zweifel beim zuständigen Finanzamt.

Notar, Grundbuch und Makler

Notar und Grundbuchamt kosten zusammen meist rund 1,5 bis 2,0 Prozent des Kaufpreises. Die Gebühren sind bundesweit gesetzlich geregelt und kaum verhandelbar.

Die Maklerprovision fällt nur an, wenn ein Makler vermittelt. Seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision in der Regel, sodass auf den Käufer häufig etwa 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer entfallen. Beim Kauf ohne Makler entfällt dieser Block ganz.

Beispielrechnung

Eine Wohnung für 300.000 Euro in Bayern, ohne Makler:

PositionSatzBetrag
Grunderwerbsteuer3,5 %10.500 €
Notar und Grundbuch1,5 %4.500 €
Makler0 %0 €
Summe Nebenkosten5,0 %15.000 €

Dieselbe Wohnung in Nordrhein-Westfalen mit Makler käme auf rund 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer plus etwa 3,57 Prozent Makler plus 1,5 Prozent Notar und Grundbuch, also etwa 11,6 Prozent oder rund 34.700 Euro. Das ist der Unterschied zwischen den Extremen.

Warum die Nebenkosten die Rendite drücken

Die Kaufnebenkosten fließen nicht in den Wert der Wohnung, sondern sind sofort weg. Sie erhöhen deinen Kapitaleinsatz und verlängern die Zeit, bis sich der Kauf trägt. Bei einer knappen Kalkulation entscheidet das Bundesland deshalb spürbar mit.

Häufige Fragen

Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren? Manche Banken machen das, verlangen aber meist einen Zinsaufschlag. Eine Finanzierung inklusive Nebenkosten heißt, dass du mit negativem Eigenkapital startest.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich absetzbar? Die auf das Gebäude entfallenden Anschaffungsnebenkosten erhöhen die AfA-Basis und wirken so über die Abschreibung. Sofort absetzbar sind sie nicht.

Wie viel Eigenkapital brauche ich mindestens? Als Faustregel solltest du zumindest die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital decken können, damit du nicht in die Vollfinanzierung rutschst.


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Vanessa Völkl

Ich investiere selbst in vermietete Eigentumswohnungen und baue ImmoSis, weil ich vor jedem Kauf dieselben Fragen hatte. ImmoSis verdient nichts am Abschluss, keine Maklerkooperationen, keine Finanzierungsprovisionen.